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40 Nachtrag zur Kanalisation

Nachtrag:

 

Vor eine große Aufgabe wurde die Gemeinde Birkendorf im Jahre 1961 gestellt; sie soll nämlich die Kanalisation des gesamten Dorfes in Angriff nehmen, ein Projekt, das nahezu gegen eine halbe Million Mark heranreichen wird. Wenn auch die Verwirklichung des Planes große Anforderungen an die Gemeindefinanzenstellt, so muss vorausgeschickt werden, dass das Gemeinwesen nicht ausgesprochen reich ist, aber doch über eine gesunde wirtschaftliche Grundlage verfügt, die gerade für eine Fremdenverkehrsgemeinde diese Neuerung dringend erfordert, die geplante bzw. verlangte Maßnahme in die Tat umzusetzen.

 

Das Fundament, das die Verwirklichung dieser Aufgabe erlaubt, ist in Birkendorf der Wald. Von der 1206 ha großen Gemarkung sind 643 ha Wald, davon 210 ha im Besitz der Gemeinde, ein Wertbesitz, der für Birkendorf als „grüne Sparkasse“ gilt.

 

Durch vorteilhafte und umsichtige Nutzung konnten in den Jahren 1949 – 60 insgesamt 17.000 Festmeter Holz eingeschlagen werden mit dem Reinerlös von 924.000,- DM.

 

Mit einem Reinerlös von 739.00,- DM wurden in den vergangenen Jahren beträchtliche Leistungen vollbracht.

 

Gemeinde-Mehrzweckhaus

180.000

Wasserversorgung

227.000

Wald dazugekauft

35.000

Straße nach Horben

36.000

Waldwege

36.000

Ausrüstung für die Feuerwehr

15.000

Trachten für die Trachtenkapelle

4.000

Ausbau der Aula in der Volksschule

14.000

Bänke, Blumen für den Kurgarten

9.000

Prospekte

14.000

Ölheizung der Kirche, Pfarrhausrenovation

20.000

Für die Landwirtschaft

50.000

Rathaus, Kindergarten

30.000

 

Diese Auslagen hat die Gemeinde nahezu restlos aus eigenen Mitteln bestritten. Als Beihilfen standen 76.00 DM zur Verfügung und Darlehen 102.000 DM.

Der Schuldenstand beträgt gegenwärtig (1961) 40.000 DM.

 

Von den bevorstehenden Aufgaben, die zu bewältigen sind, steht die Kanalisation an erster Stelle. Das gesamte Projekt mit biologischer Kläranlage wird, wie schon erwähnt,  mit 500.000 DM berechnet. Für den ersten Bauabschnitt sind für 1961 DM 180.000 vorgesehen.

 

Die vor 30 Jahren errichtete geräumige Schule wird noch lange Jahre den Anforderungen genügen; doch als sehr notwendig wird sich der Einbau einer Zentralheizung erweisen.

 

Geplant ist auch die Errichtung eines Krieger Mahnmales für die Gefallenen beider Weltkriege, ebenso soll eine Außenerneuerung des Pfarrhauses vorgenommen werden. Eine günstige Lage ergab sich bisher für Birkendorf durch den Fremdenverkehr. Der Ort verfügt heute über sechzig Gasthofbetten und 240 Privatbetten. Durch diesen Fremdenzustrom findet auch die hiesige Landwirtschaft Unterstützung. Fass Birkendorf zu den ausgesprochenen Ferienorten Zählt, beweisen einige Zahlen.:

1960 wurden 26.000 Übernachtungen gezählt und die Verweildauer der Gäste betrug durchschnittlich 15 Tage.

 

Zu vermerken ist noch, dass sich Birkendorf hinsichtlich der Einwohnerschaft nicht in einer Aufwärtsbewegung befindet. Während 1876 noch 673 Dorfbewohner gezählt wurden, waren es 1960 nur 282. Der Grund hierfür ist leicht zu finden; denn es fehlt im Dorfe an Fabrikbetrieben oder anderen Arbeitsmöglichkeiten, wo die überschüssigen Arbeitskräfte ihren Verdienst erwerben können und deswegen findet Abwanderung statt und als weitere Folge ist auch der Wohnungsbau schwach.

 

Eine gute „Wald-Gesinnung“ wird der Bevölkerung bescheinigt. Sie hat ein gutes Verständnis für den Wald und für die erforderlichen Aufwendungen; der Wald repräsentiert einen Wert von rund 2,5 Millionen DM.