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34 Volksbank Birkendorf, Kindererholungsheim

42.   Aus der Geschichte der Volksbank Birkendorf

 

Im Frühjahr 1953 konnte die Volksbank ihr 80-jähriges Bestehen in treuer Pflichterfüllung für die Gemeinschaft feiern. Über den Werdegang der Bank berichtet uns eine Tageszeitung u.a. folgendes:

 

Am 19.März 1874 wurde die Kreditgenossenschaft Birkendorf unter dem Namen Vorschussverein Birkendorf e.G.m.u.H. gegründet. Der Vater des Gedankens zu diesem Werk war der im Jahre 1892 verstorbene Kaufmann Josef Beringer, ein Mann von biederem Charakter und edlen Bestrebungen. Durch seinen Beruf und seine Stellung im öffentlichen Leben hatte er tiefen Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse jener Zeit. Er suchte durch Gründung einer Vorschusskasse den damaligen Missstanden zu begegnen und wurde hierbei durch eine Anzahl gleichgesinnter Persönlichkeiten unterstützt. In der Versammlung vom 19.März 1879 wurden als Aufsichtsratsmitglieder die Bürgermeister Schnitzer (Birkendorf), Probst (Ühlingen) und Isele (Buggenried), ferner Tabakfabrikant Karl Ludwig Nägele, Bierbrauer Leopold Berger und Hauptlehrer Ludwig Köbler, sämtliche aus Birkendorf gewählt.

 

Vorstand war Kfm. Josef Beringer, Kassierer Joh. Bapt. Berger (Privat) und Kontrolleur Karl Friedrich Keßsler. Die neue Genossenschaft hatte eine stetige Aufwärtsbewegung zu verzeichnen und stand vor dem ersten Weltkrieg in schöner Blüte. Die Mitgliederzahl betrug im Jahre 1914  555 Personen, das eigene Vermögen 177.00 M.

 

Im Jahre 1922 wurde das Unternehmen in „Volksbank Birkendorf“ umgeändert; im gleichen Jahre  wurde die Zahlstelle Grafenhausen errichtet, um dem Wunsche der Bevölkerung Rechnung zu tragen. Leiter dieser Stelle war Kfm. Franz Trautwein, dessen Vater Robert Trautwein vom 1877 – 1892 Mitglied der Rechnungsprüfungskommission war. Die Inflation mit ihrer vernichtenden Auswirkung hat eine Aufwärtsbewegung unterbrochen. Die Bilanzzahlen sanken damals unter den Stand von 1783. Das Eigene Vermögen betrug noch 2.770 RM.

 

Dank dem Ansehen und dem großen Vertrauen, das der Volksbank entgegengebracht wurde, konnte das Werk auf mühsame Wege wieder einen neuen stand erreichen. Viele Kreditbedürftigen war die Bank seit der Zeit ihres Bestehens eine kräftige Hilfe und Stütze. In dankbarer Anerkennung sei hier heute der zahlreichen treuen Mitglieder, den Gönnern und Sparern, auch des Verwaltungsrates und der Vorstandsmitglieder gedacht, die in den vielen Jahren des Bestehens die Kreditgenossenschaft unterstützt und gefördert haben. Jedes Jahr stieg der Umsatz, im Jahre 19936 um 445.000 RM. Mögen Ruhe und Stabilität der wirtschaftlichen Verhältnisse das Vertrauen der Bank weiterhin festigen. Wenn auch die Volksbank auf harte Zeiten zurückblicken kann, so darf sie doch stolz sein auf das bisher Erreichte. Das Vertrauen der Spareinlagen hat das Werk schon acht Jahrzehnte hindurch getragen und es wird auch in Zukunft der beste Garant sein für eine segensreiche Arbeit. Wie viele Unternehmen in kleinen Anfängen ihren Ursprung haben, so auch unsere Volksbank, die seit 1938 in einem wirklich großen , ansehnlichen Gebäude die Geschäftsräume hat. Wuchtig steht der Neubau am Südausgang des Dorfes, unweit den alten Räumlichkeiten, die sich einst im Hause des heutigen Bürgermeisters Johann Blatter befanden. Die Familie Blatter führt schon über 55 Jahre die Geschäfte der Bank und der Bankvorstand August Blatter  bewohnt die oberen Stockwerke des Bankhauses. Das Erdgeschoss enthält als erstes einen schön gestalteten Vorplatz und daran anschließend die Büroräume mit moderner Einrichtung. Schalter und Kassenraum sowie Buchhaltung sind miteinander verbunden, so dass Übersicht gewährleistet ist. Links des Eingangs liegt das Sitzungszimmer und in der Hoflage das Archiv. Die hohen, und breiten Fenster gewähren einen herrlichen Ausblick ins Grüne, auf Wiesen und Kornfelder, auf die Alpenkette der Schweiz und das waldumfangene Schlüchttal. Dieser Bau stellt zweifelsohne eine Bereicherung des Ortsbildes dar.

 

 

 

43. Kindererholungsheim Birkendorf

 

Zu den bereits seit langem in Betrieb befindlichen Eigenheim der Barmer Ersatzkasse hat nun auch im Jahre 1956 das neuerbaute „Haus Schwarzwald“ in Birkendorf seine Pforten geöffnet. Für dieses Kinderparadies, das ein wahres Schmuckstück des Luftkurortes ist, hat die Ersatzkasse ein herrliches Plätzchen in etwa 800 m Höhe am großen „Trauf“-Wald  gefunden. Mit 72 Kindern, Mädchen und Knaben im Alter von 6-14 Jahren ist dieses Kinderheim fortan in Zeitabschnitten von 6 Wochen zu 6 Wochen belegt.

 

Von Architekt Gatti aus Grafenhausen sind die Pläne für das Haus entworfen worden. Er hatte auch die Baueitung, unter der die einheimischen Handwerker und solche aus dem Kreis Waldshut ihr meisterliches Können unter Beweis gestellt haben. Die Ausführung der Stahlbetonarbeiten besorgte die Firma Armbruster & Co. Freiburg Littenweiler; die Zimmerarbeiten führte August Frommherz aus Ühlingen aus; Julius Kaiser aus Birkendorf und August Kromer von Grafenhausen die Tapezier- und Malerarbeiten; Karl Friedrich Blatter von Birkendorf lieferte von seiner Möbelwerkstätte die Inneneinrichtungen;  Fußbodenbeläge aus Gummi und Kunststoffen stammen von Müller, Hannover, Klagesmarkt 5; die Glaserarbeiten von Karl Kraus, Neustadt und die Schlosserarbeiten von A. Moser, Waldshut. Die gesamt vollelektrische Anlage führten Elektromeister Friedrich Stulz und Söhne, Birkendorf und Elektro Reinhard, Waldshut, Wallstr. 6, aus.

 

Die Kinder dieses Heims werden in vier Gruppen oder Familien eingeteilt; jede Familie hat ihre Kindergärtnerin. Morgens 7.15 Uhr beginnt der Tageslauf. da stehen die Kinder auf, begeben sich in den Waschraum und anschließend zum Frühstück. Es wird gewandert vor- und nachmittags bei günstiger Witterung in Birkendorfs herrlicher Umgebung. Die Mahlzeiten werden pünktlich eingenommen und nach dem Abendbrot folgt um 20 Uhr die Nachtruhe. Hell und freundlich sind die Schlafzimmer mit je 6 Betten und ebenso viel Schränken. Jede der vier Familien hat ihre eigene Station. In einem Teil des Hauses sind die Mädchen, im anderen Teil die Knaben untergebracht. Liegehalle, Aufenthaltsräume, Gymnastikraum, Ärztezimmer und Krankenzimmer sind vorbildlich ausgestattet. Direkt beim Haus befindet sich auch ein Sportplatz. Die Kinder werden ärztlich überwacht und je nach Diagnose des Hausarztes von Fall zu Fall im Heim besonders betreut. Die kleinen Gäste sollen sich hier gut erholen, worauf wirklich alles im Tageslauf und in der Betreuung abgestimmt ist.

 

Die Einweihung fand im Juli 1956 statt.