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30 Gewann- und Flurnamen

25.  Gewann- oder Flurnamen

von 1775 bis 1953

 

 

Jeder Frontkämpfer des ersten Weltkrieges wird sich noch erinnern, dass die einzelnen Frontabschnitte Bezeichnungen trugen, die an ein Erlebnis, eine Erdbeschaffenheit oder Bodenhöhe, an besondere Gefahren oder Geschehnisse u.ä. hindeuteten. sie dienten dazu, sich in der Gegend besser orientieren zu können. Auf ähnliche Weise entstanden auch unsere Flurnamen. Wir finden sie schon sehr früh bei unseren Vorfahren. Die Deutung derselben gehört zu den schwierigsten Problemen einer Ortsgeschichte, da die Namen weit in die Jahrhunderte zurückreichen und im Laufe der Zeit durch Abkürzung, sprachliche Bequemlichkeit oder durch Zusammenziehung vielfach ihre ursprüngliche Bedeutung kaum mehr erkennen lassen.

 

Wenn auch manche Gewannbezeichnung in Vergessenheit geraten ist, so wird sie wieder hervorgeholt, doch leider sind manche davon schwer zu deuten und ihre Entstehung nicht mehr zu erklären.

 

1.         Alte Gass, älterer, ehemals schlechter Weg bei der Post.

2.         Auacker (oder. Wiesen)  östlich der Post

3.         Auf der Höchi, eine kleine Anhöhe gegen den Trauf

4.         Bannholz; Bann war Herrschaftsgebiet. Ehedem die einem geistlichen oder weltlichen Richter (Bannherrn) zustehende Gewalt und Gerichtsbarkeit (daher Blutbann, Recht über Leben und Tod),. Es ist das Gebiet, über welches sich dieselbe erstreckt, nämlich das vom Bannherrn ausgesprochene Gebot, daher Heerbann, Aufgebot zum Heer, auch die gegen den Säumigen erkannte Strafe; Ausstoßung aus der kirchlichen Gemeinschaft (Kirchenbann); dann Bezirk, in dem gewisse Rechte, Bannrecht, ausgeübt werden (Gerichtsbann, Burgbann, Bannmeile).

 

5.         Beerbuck = reich an Heidelbeeren

6.         Bergäcker = (Wiesen) beim Friedhof

7.         Binzergarten; Ergerte ist Land; das nicht in bestimmter, geordneter Kultur ist. Binz vielleicht von „Bitz“, dem althochdeutschen „bezuna“ (schwäbisch „bezeune“) und bedeutet umzäuntes Land.

Hier wahrscheinlich von Binzen kommend; der Boden ist heute noch schlecht

8.         Birkle; noch 1814 wird ein Birkenwald erwähnt.

9.         Birkhalden (selbsterklärend)

10.       Blutacker; es ist sehr wahrscheinlich, dass die Bezeichnung gar nichts mit Blut zu tun hat, sondern von „blutt = bloß“ kommt, was soviel wie kahl heißt; dem Aussehen des Feldstückes nach, wäre das sehr leicht möglich.

            Sprichwort: ein Vogel wird nicht blutt, wenn er sich einmal eine Feder ausrupft.

11.       Böttlenäcker = Böttlenen oder Böttli

12.       Brünnliwiese, Wasserreich (gegen Bannholz zu)

13.       Brühl; mittelhochdeutsch bruel, nasse Wiesen

14.       Breitwiese; ziemlich ebener Boden

15.       Brunnenwiese;; lieferte einst durch Holz-Deucheln geleitet Trinkwasser ins Dorf.

16.       Bühl; kleiner Berg; in alten Urkunden kaum erwähnt, nur mit dem Namen „aufm Berg“

17.       Buchäcker (-Wiesen); Buck zu biegen, ähnlich Buckel; kleiner als Bühl

18.       Buch; kl. Buchenwald oder auch einzelner Baum

19.       Bündten; auch Pünten, von biund, ältere Form ist piund,, biunda = kleines eingefriedetes Grundstück, auf dem früher neben Gemüse auch Flachs und Hanf angebaut wurden. Die Bündten lagen meist in Dorfnähe

 

            In einem Berain buch aus dem Jahre 1777 wird von einer Hanfbündten gesprochen. Diese Felder wurden verwehrt durch eine Beierte, Gebinde oder Umzäunung zum Schutze vor Wild und Weidevieh. Die Einzänung war gewöhnlich ein lebender Hag. Man hieß diese Felder auch Einfang oder Infang, weil hier das widerrechtlich weidende Vieh eingefangen werden konnte. Ein größeres eingefangenes, gerodetes Bodenstück nannte man Byfang, für Feldbau oder als Weidefeld geeignet. Die Viehzucht war mit Mühen, Sorgen und Gefahren verbunden, wie überhaupt manch vergessene Gefahr ehemals das Volk in dauernde Aufregung und Anstrengung seiner Kräfte und Wachsamkeit hielt. –

            Man baute damals etwa die gleichen Getreidearten an wie heute, statt Weizen Vesen (Fesen) oder Dinkel, hierzu kamen Erbsen und Linsen; diese Früchte wohl meist nur aus dem Grund, da bei den Bauern eine Abneigung gegen das Anpflanzen von Kartoffeln bestand, weil man von ihrer Schädlichkeit überzeugt war.

20.       Dachsbau

21.       Donnersberg; evtl. Donarsberg

22.       Edelbach

23.       Ehrlinsmoos und Erlemoos, letzteres wahrscheinlich

24.       Eichbühl

25.       Erlenbach, reich an Erlen

26.       Espelwiesen; (Eispel) schließlich von Espan = Gemeindewiese;

            Wasen 0 Gräberfeld für tote Tiere

27.       Falken

28.       Fischbärnwiese; (b. Schlattgraben)

29.       Fohrenhölzle; mit Fohren oder Föhren bepflanzt

30.       Fröschegraben

31.       Fuchswiesen

32.       Gaißäcker; ein Fußpfad führte durchs Feld zum Unterdorf (Post)

33.       Großer Weiher; bestand lange Zeit, wurde eingepflanzt, heute der Boden noch stark sumpfig (siehe früher)

34.       Gurgelwies; kommt von einer gurgelnden oder murmelnden Quelle.

35.       Halde; nach Bodengestalt

36.       Hängwiesle; unterhalb der Post an der Ühlinger Straße, kleiner Abhang

37.       Hägelinsmatt; Wiese des Hägele;

38.       Hagenwies; Heuertrag für die Hagen. Die mit „Hagen“ zusammengesetzten Flurnamen deuten an, dass diese Gewanne der Gemeinde gehören und dem zu Benutzung überlassen werden, der die Zuchtstiere pflegt.

39.       Haubenloch oder auch Schaubenloch;

            Hau = kl. Wald der abgeholzt wurde

40.       Hebammenacker; in der Reute, einst sehr schlechter Boden, wurde früher der Hebamme zum Dienst überlassen, lt. Aufzeichnung in einem Berainbuch.

41        Hinterschweil; (b. Kromers Haus)42.            Hinter dem First; Das Wort First bedeutet Spitze, Giebel oder Kulm eines Dinges, bezeichnet hier Lage des Gemarkungsteils (Vergl. Dachfirst). Das Gewannstück befindet sich an der Ostseite des Bühl.

43.       Hirschbrunnen

44.       Hölzle; Kleiner Wald

45.       Hundsgasse; beim Margareten-Brunnen

46.       Hirtenwies - Herdwies; einst Weidefeld

47.       Jägerakcer; in der Reute; einst sehr schlechter Boden, wurde vor langer Zeit einem hießigen Jäger zum Dienst überlassen, lag lange öde und wurde nicht mehr bebauen, sagt eine alte Aufzeichnung. Dieses Bodenstück wurde 1814 von Michael Albrecht um 30 Gulden vom Donau-Kreis-Direktorium erworben-

48.       In den Ackerlen; (Pfarrmatt)

49.       In der Breite

50.       Im Einfang; (siehe unter Bünten)

51.       In den Eichen; dieses Stück wurde 1775 etwelchen Thaunern, darin Eichen zu pflanzen, übergeben und solange zu nutzen, bis die Pflanzen groß gewachsen waren

52.       Im Großacker

53.       Im Nassacker

54.       Im Schayen

55.       In der Lachen; Platz am Kirche und Kaufhaus Fr. Blatter, heute noch sehr nass.

56.       In der Mettle; ob der Bezeichnung „Mattle“ von Mitte oder von Matte = Mättle kommt, ist schwer zu sagen. Letzte Auslegung ist jedoch am zutreffendsten.

57.       In der Rosshetze = Rossgumpen; als noch kein Auto hier den Verkehr vermittelte, tat dies der Postwagen. 24 Pferde standen dafür im Gasthof zu Post zur Verfügung. Die Tiere wurden in der warmen Jahreszeit, um sie vom Staub gründlich zu reinigen, in eine Tiefe Stelle der Schlücht, heute noch Rossgumpen geheißen, hineingetrieben.

58.       Im Kalkofen; hier war einst eine Ziegelei und Kalkbrennerei. In einer vom Ziegelmeister von Horben an das Oberamt  Bonndorf geleiteten Beschwerdebrief vom 9. September 1771 wird bemerkt, dass die Birkendorfer nicht mehr wie bisher unentgeltlich dem Ziegler die benötigten Kalksteine zuführen und sich gegen den Ziegelknecht sehr „jeholent“ aufgeführt hätten. Für jede Steinführe müsse jetzt Bezahlung geleistet werden. Im Jahre 1787 bittet der Ziegler Joh. Georg Stüber, gebürtig von Staufen im Breisgau um Erlaubnis zur Weiterführung seines Betriebes und um Aufhebung der geplanten Stilllegung seiner Ziegelei, in der er schon 22 Jahre arbeitet und gnäd. Herrschaft wie Probsteien und Pfarrhöfe nebst 12 Ortschaften mit seiner Ware belieferte.

59.       Kälbergarten

60.       Kaibegraben; Chaibe bedeutet hochalemannisch alles was wild oder etwas gefährlich aussieht, wie Chaibeloch, Chaibefelse; e’Chaibe-Kerli oder e‘ Chaibe Maidli und Chaib auch als Bezeichnung für Mensch und Tier mit Draufgängertum.

            [Ein hingerichteter Mensch durfte nicht auf dem Friedhof begraben werden, sondern  im Chaibeloch ]

61.       Kleiner Weiher; vor langer Zeit befand sich hier ein Fischweiher.

62.       Chlöpfer

62.       Hohlrütte, Rütte von roden oder reuten, also zu Neuland schaffen.

64.       Kohlplatz;  [Hier war einst ein Köhler tätig]

65.       Köpfli,; runde kopfartiger Berg.

66.       Kreuzmattenacker (-Wiese) beim Friedhof

67.       Kreuzbuck; beim Friedhof, kleine Steigung

68.       Kuene- oder Kühnewies; am Wege gegen Birklewald

69.       Langenstein; wohl so benannt  nach den über 2m hohen Steinen, die als Wegweiser dienen [fraglich!]

70.       Lanzenberg

71.       Landacker (-wies)

72.       Lange Furche; infolge der Länge der bebauten Stücke (Bannholz)

73.       Lange Birke

74.       Lochacker

75.       Mollengraben; Molle = Mulde, also vertiefter Graben.

76.       Mörtelgrueb; heute machen die Einwohner aus Unkenntnis über die Herkunft des Wortes „Mördergrueb“ daraus

77.       Mösli, moosreiche Wiese

78.       Muckewies; Mucke = Korn; vergleiche im Norddeutschen Muckefuck – Kornkaffee.

79.       Müllersberg; an dessen Fuß stand einst die Igelschlatter Mahlmühle von Johann Berger. Ihm war bewilligt worden, den Zehnten von Birkendorf in seiner Mühle zu mahlen.

80.       Nachtweide; weil das Vieh auch zur heißen Jahreszeit und mitunter bei Nacht im Freien war, bezog es zu gewissen Zeiten z.B. bei allzu großer Hitze, bei Unwetter oder bei starkem Überhandnehmen von Ungeziefer solche Schutzstellen.

81        Naysert; oder auch Neusert (siehe unter No 80)

            Die Nachtweide spielte ebenfalls keine geringe Rolle. Sie wurde vielfach als „Aucht“ oder als „Auchert“ bezeichnet und meist nur von Jungtieren genutzt, die Tagsüber als Gespann dienten und erst am frühen Morgen oder in der Nacht auf die Weide getrieben wurden. Schließlich ist unser Gewann-Name „Naysert“ oder Neusert eine Verundeutlichung von Auchert.

82.       Neue Welt; war Wald, heute Wiesen und Feld.

83        Neuwiesen; durch Neurodung entstanden

84.       Oberwasen; war ehemals Gräberfeld für verendete Tiere.

85.       Obm Kreuz

86.       Oberhoz

87.       Oberer Hirtenstall; siehe unter 80

88.       Ottwangen; ein ehemaliger Weiler im Banne Bettmaringen gelegen, am Ostabhang unseres Bühl, ist gänzlich verschwunden, so dass nur noch einzig der Namen „Ottwanger Äcker“ übrig blieb, die einst Henni und Peter von Ottwangen angebaut hatten. Ob aber Edle daselbst ein Schloss oder Haus hatten ist unbekannt. Im 15. Jh. besaßen die Vogtei und das Gut Ottwangen die Herren Eppenstein als Lehen von den Grafen von Lupfen.

            [Es existiert  noch der Rest eines Kellergewölbes!]

89.       Petermättle oder auch Peterlinslochwiesen.

90.       Pestwiesle oder –mättle; ob jemals die Pestseuche in Birkendorf  geherrscht, wie in unserem Nachbarort Grafenhausen 1687 und dort viele Opfer gefordert hatte, konnte bis jetzt nicht nachgewiesen werden, ebenso wenig woher der Name „Pestwiesle“ stammt.

            Noch vor wenigen Jahrhunderten gab es eben mehr ansteckende Krankheiten als heute. Auf primitiver Stufe standen die sanitären Einrichtungen. War eine Epidemie ausgebrochen, war sie schwer zu bekämpfen. Solche ansteckenden Krankheiten wurden in den meisten Fällen von Handwerksleuten, Pilgern und anderen herumziehenden Menschen vor Ort zu Ort getragen. am schlimmsten hauste die Pest, schwarzer Tod genannt, dann die Cholera und die  Blattern.

91.       Platten; ebenes Gelände

92.       Reuti, gerodetes oder urbar gemachtes Land

93.       Rehwinkel

94.       Reservebuck, kleine Steige beim Wasserbehälter

95.       Ried; wasserreiches Wiesengelände

96.       Rißhalde; von riesen, eine „Riese“ bedeutet eine Rinne, an einem Bergabhang, in der leicht das zubereitete Holz (auch Stämme) herabrutscht zur Straße, also eine Holzrutsche

97.       Rotäcker, wohl von roden, reuten kommend   [Roter Sand in der Sandgrube!]

98.       Röttelbach oder Röthelbach, gerodetes Land am Bach; es finden sich im Boden noch Stöcke von abgeschlagenen Bäumen vor.

99.       Säghalden; berghang bei der Braun-Sägemühle.

100.     Sandloch

101.     Scheibenwiese; ebenes Gelände, schließlich auch vom Scheibenschlagen an Fastnacht.

102.     Schlattgraben, Schlatt = Schlamm, Sumpf

103.     Schlößliäcker

104.     Sputzen; evtl. „Spitzen“, weil spitz die Wiese zur Straße hinreicht.

105.     Ställi; Lagerplatz des Waldviehs. „Großer Waidgang“ bestand, wie alte Aufzeichnungen melden vor 150 – 200 Jahren, der aber um 1830 nachlässt und wie der Chronist schreibt „mit großem Vorteil die Stallfütterung eingeführt wird; man sieht nur noch wenig Waidvieh draußen“. Wenn heutzutage die Wiesen ihres  zweiten Schnitts beraubt sind, und der Herbst bald ins Land zieht, beginnt auch für die Kühe und übrigen Jungtiere die beglückende Zeit; sie werden aus der Enge und dumpfen Luft der Ställe befreit und hinausgetrieben auf die Herbstweide. Hier atmen sie befreit auf, umso mehr heute, weil eben gerade in unserer motorisierten Zeit sie weniger denn früher als Zugtiere in Frage kommen und somit sommers über kaum den Stall verlassen dürfen.

 

Der Brauch, das Vieh auf die Weide zu schicken ist ja schon uralt; denn das war doch eine einfache Fütterungsart und beinahe  unerschöpflich waren die damals zur Verfügung stehenden Weidefelder. Hier konnten sich die Tiere die meisten Monate des Jahres hindurch ihre Nahrung selber suchen, was auch für sie in gesundheitlicher Beziehung sehr von Vorteil war. Aber je dichter im Laufe vergangener Jahre die Besiedlung wurde, um so enger wurden auch die Grenzendes Weidefeldes gezogen. Diese Fläche wurde, wie aus nachstehendem zu ersehen ist, mit einem lebenden oder Stangenhag eingefriedigt, um das Überschreiten des Weideviehs auf fremde Boden zu unterbinden. Heute treffen wir noch ähnliche Einrichtungen auf dem Hochschwarzwald.  Einfriedungen sind in unserer Gemarkung längst weggefallen. Heute sucht die Gemeinde nach Möglichkeit die Viehzucht zu fördern. Die Farrenzahl wurde auf vier Stück erhöht, und die Tiere werden in einem gemeindeeigenen Gebäude von einem bestellten Farrenwärter gepflegt. Das erforderliche Futter stellt die Gemeinde. 1953 wurde wegen ausgebrochener Seuche (Trychomonaden) künstliche Befruchtung der Muttertiere durchgeführt.

 

 

106.     Steinwiesen

107.     Tälewiesen; Grasland einem kl. Tal entlang

108.     Thaunerbündten; Siehe unter Bündten No 79

            Tauner, Besitzer eines kleinen Gütleins

109.     Trauf; Waldrand, ähnlich e Bildung wie Dachtraufe.

110.     Vidum oder Wittum, Kirchengut, von widmen kommend

111.     Vogtswiese; dem Vogt ehemals gehörig. Die Vogtsgüter, die als Beitrag zu dessen Belohnung dienten, gingen s.Z. „berainmäßig“ als Eigentum an die Gemeinde über.

112.     Vogelsang (-gsang) wird nach der Deutung nicht mit „singen“ ausgelegt, sondern soll mit sengen = abbrennen eines Waldes oder Gebäudes, also Urbarmachung zusammenhängen; nach einer zweiten Auslegung spielt die Waldesnähe doch eine Rolle.

113.     Weberwiesen; wo die Weber ihr selbstgewobenes Tuch bleichten.

114.     Weiherli, so benannt durch  den vor vielen Jahren hier befindlichen Brandweiher.

115.     Wolfshöhlen; mundartlich Wolhüle, 1715 Wolf.Hüle geschrieben.

116.     Zelgäcker; das Ackerland war ehemals in Zelge oder Oeschen eingeteilt; die Oesche wurde abwechselnd mit Sommer- dann mit Winterfrucht bepflanzt; im dritten Jahr blieb sie brach liegen. Dieser Boden diente dann dem Gemeindevieh als Weide; Zelg ist also ein Drittel der Dorfflur wie Esch- oder Asch, auch Ösch.

            Das bebaute Land war früher unter den Angehörigen gleicher Sippe verteilt. Waidfeld, Wasser, Wald und Weg waren nicht aufgeteilt, sondern blieben gemeinsames Eigentum und jeder hatte Nutzungsrecht. Man hieß den Boden deshalb „Aligimeinda“ woraus unser Wort Allmende entstand. Wun und Waydt und Äckerig ist das Recht auf Waldwiesen, Allmenden und Äckern Vieh zu weiden, gleich anderen Untertanen zu benützen und soviel Vieh zu halten, als mit dem von den herrschaftlichen Gütern eingebrachten Futter möglich ist.

 

Die alten Viehweideplätze sind eingegangen, teils sind die Böden bepflanzt, teils durch moderne Bewirtschaftung in fruchtbares Ackerfeld umgewandelt worden. Durch die Höhenlage kam hauptsächlich Kartoffelanbau in Frage, auch durch Umwandlung in Wiese wurden die Böden rentabler gestaltet. Auf diese Weise wurde mancher Hektar (oder früher Juchart) Land modernisiert und frisiert, namentlich die Kunstdüngung brachte eine Aufwärtsbewegung in der Landwirtschaft.. Beraten wurden die Landwirte durch Wort und Schrift; Vorträge wirkten stets befruchtend; doch gibt es auch heute noch manche Probleme in der Landwirtrschaft zu lösen.