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17 Birkendorf als Marktflecken

21. Birkendorf als Marktflecken

 

Unser Dorf, ein kleiner Marktflecken, hatte ehemals zwei Markttage ( Vieh- und Krämermarkt), die auf Dienstag nach Ostern und den 25. November fielen. Lt. Erlass des Beschlusses der Regierung des Seekreises vom 24. Juli 1855 Nr. 13746 wurde durch eine Eingabe der Gemeinde die Genehmigung erteilt zur Verlegung der Märkte auf Donnerstag nach Ostern und Dienstag nach Kirchweih.

 

Nach einem weiteren Beschluss dieser Regierungsstelle vom 25. September 1855 Nr. 17575    wurde der Gemeinde ein weiterer, dritter Markttag am Donnerstag vor Johanni (im Monat Juni) bewilligt. Somit war dieser Ort zur Abhaltung dreier Märkte berechtigt.

 

Die Marktstände wurden damals schon auf Kosten der Gemeinde besorgt. Bestimmte Standgelder oder Platzgelder festzusetzen oder die Stände und Plätze gar zu versteigern, war nicht gestattet, weil die Preise immer nach der Frequenz des Marktes sich richteten und die Märkte nicht regelmäßig von den Krämern besucht wurden. Erhoben wurden die Standgelder vom Gemeinderat und gingen vom Ostermarkt ein:

 

                              1. April 1856                              44 fl. 33 Kr.
                              Johannismarkt 19.4.56            12 fl. 30 Kr.
                              Kirchweihmarkt 25.10.56        34 fl. 13 Kr.
                               (von 47 Ausstellern)

 

 

Seit vielen Jahren ist hier nur noch der Oktobermarkt als der bestbesuchte beibehalten worden. Nach dem 2. Weltkrieg lebte er erneut auf; es sind oft über fünfzig Verkaufsstände vorhanden.

 

Die Kaufleute von Birkendorf müssen früher sehr rührig gewesen sein. Nach älteren Berichten waren sie auf den Märkten von Bonndorf besonders begünstigt neben denen von Grafenhausen und Bonndorf; denn die Kaufleute dieser drei Orte hatten die Vorstände und legten vor dem Anläuten den Markt aus; die Stühlinger hatten dann darüber die Vorstände, durften aber vor dem Ausläuten des Marktes nichts feilhalten. Alle anderen sanktblasischen Fremden mussten „Loosen und warten“

 

Jeder der daselbst feil hatte, musste nach Beschaffenheit von Ware und Wert Standgeld geben. Es hatte ein Glückshafenmann 1 – 1 ½ fl., ein Marktschreier oder Pipper 6 – 6 1/2 Batzen zu bezahlen.

 

Ein Extraktus des Hochamtes, Protokoll vom 17.5.1650 Fol. 179 besagt dass die Birkendorfer und Grafenhauser wegen des Zolls bei den Bonndorfischen Jahrmärkten frei sind, sollen aber einander bis zum kommenden hl. Pfingstfeste ein gutes Saukalb nach St. Blasien liefern.

 

Unser Nachbardorf Grafenhausen hatte einst auch zwei Märkte, den Georgimarkt im April und den St. Fidenmarkt im Oktober. Darüber lesen wir ind alten Aufzeichnungen, dass dort die Juden an den Markttagen in Arrest gesteckt wurden, bis der Markt vorüber war.