Die Kirche St. Margareta

Die Kirche St. Margareta in Birkendorf

Ein Überblick in Jahreszahlen

 

 

  • 1085 Ita von Birkendorf hat dem Kloster Allerheiligen zu Schaffhausen in Grafenhausen einen Hof samt Zehnten geschenkt. Der Hof hatte einer schon damals nicht mehr existierenden Pfarrei Engelrameßried zugehört, wahrscheinlich Riedern. Da dadurch die Pfarrei Birkendorf betroffen wurde, entschädigte sie diese mit einem Gut in Mettingen.
  • 1275 Birkendorf Grafschaft Bonndorf als Pfarrei mit eigenem Pfarrer urkundlich erwähnt.
  • Bis zur Reformation gehörte Birkendorf und Grafenhausen samt Propstei zum Kloster Allerheiligen in Schaffhausen.
  • 1530 werden beide Gemeinden an die Landgrafen von Stühlingen und von diesen an die Grafen von Pappenheim verkauft.
  • 1609 kauft das Reichstift St. Blasien Grafenhausen samt Pfarrsatz von Birkendorf, der für beide Pfarreien mit Sitz in Birkendorf zuständig war.
  • 1610 zog der Pfarrer von Birkendorf wegen Baufälligkeit des Pfarrhauses nach Grafenhausen, somit wurde Birkendorf Filiale von Grafenhausen.
  • 1614 kauft St. Blasien auch den Ort Birkendorf
  • 1634 Die Schweden legendie Kirche in Schutt und Asche. Sie scheint mit bescheidenen Mitteln wieder instandgesetzt worden zu sein
  • 1666 Die Kirche braucht ein neues Dach samt einem Türmlin (=Dachreiter)
  • 1669 Abt Oddo 2 von St. Blasien lässt die Kirche als Neubau ausführen mit einem Turm neben dem Chor, (wie in Höchenschwand 1659)
  • 1671 Neueinweihung 3
  • 1756 wurde ein Adjunkt (Gehilfe) eingestellt, der in Birkendorf kirchliche Dienste zu erfüllen hatte.
  • 1805 Säkularisation von St.Blasien, das Kloster wird aufgelöst, die Besitztümer werden verstaatlicht. Die Gemeinde Birkendorf ersucht beim Bischöflichen Generalvikar in Konstanz und der Badisch Großherzoglichen Verwaltung des Oberrheinkreises eine eigene Pfarrei zu gründen, wird wegen fehlendem Pfarrhaus abgelehnt.
  • Der Handelsmann Johann Gantert bot Kirche und Großherzogtum an ein Pfarrhaus aus eigenen Mitteln zu bauen.
  • 1809 18. April bestimmt Johann Gantert in seinem Testament, falls kein Pfarrhaus gebaut wird, soll aus den 2200 fl Gulden ein Armenfond errichtet werden.
  • 1812 am 05. Oktober das Großherzogliche Generaldirektorium empfiehlt die Sache zu umgehen.
  • 1820 Johann Ganter gestorben.
  • 1821 09. September Großherzogliches Ministerium des Innern Kath. Kirchensektion genehmigt den Armenfond
  • 1822 09. Juni Vogt Albrecht von Birkendorf bat das Dekanat darauf hinzuwirken, dass die Gantersche Stiftung zur Pfarrstiftung erklärt wird, und die Zinsen an die Armen verteilt werden soll, Dekan Welte befürwortet den Antrag, das Großherzogliche Ministerium des Inneren Kath. Kirchensektion lehnt dies auf Grund des Wortlautes vom Gantereschen Testament ab.
  • 1829 berichten Vogt Albrecht an das Großh.Bezirksamt in Bonndorf,  die Jungfrau Maria Gantert Tochter des verst. Johann Gantert wolle das von ihrem Vater 1800 geerbte Haus aus Stein erbaute Haus nebst   Garten und Wiese der Gemeinde als Pfarr und Schulhaus überlassen. Die Gemeinde sei bereit die Unterhaltspflicht zu übernehmen.  Zugleich erklärt Pfarrer Harder von Grafenhausen, er wolle seinen Vikar  in Birkendorf wohnen zu lassen und mit 300 Gulden jährlich honorieren.
  • Dekan Meier Gündelwangen berichtet an das Erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg, die Birkendorfer wollen unter sich 1500 Gulden sammeln, der Handelsmann Joseph Ganter bürgt für diese Summe. Jungfrau Maria Ganter wolle für 1000 Gulden für das Pfarrhausbeitragen. Die Gemeinde sagte noch eine große Menge Holz zu. Der Generalvikar legt die Sache mit eigehender Empfehlung am 15. Januar 1830 der Kirchenselektion des Großh. Ministeriums vor. Leider umsonst.
  • 1854 am 24. April Fidel Gantert Sohn des Joseph Gantert schreibt an das Erzbischöfliche Generalvikariat mit dem Hinweis auf das Gesetz einer Stiftung seiner 1853 verst. Tante Maria Gantert.
  • 1859 die Brüder Johann Gantert Waldshut und Benedikt Gantert aus Birkendorf und Sohn Fidel Gantert wenden sich direkt an den Erzbischof Hermann in Freiburg. Dekan Kuhnle aus Untermettingen gab in einer Erklärung vom 16.April 1859 ab, das vererbte Haus würde derzeit als Schul und Rathaus benutzt, würde das als Pfarrhaus verwendet so müsste die Gemeinde ein Schulhaus bauen, wozu der Gemeinderat keine Zustimmung geben kann. Die Bürger die die Summe von 1500 Gulden zugesagt hatten sind größtenteils verstorben.
  • 1860 am 14.Februarder Stiftungsrat bittet das Erzb. Ordinariat in Freiburg um das Zehntablösungkapital der Pfarrei Grafenhausen in Höhe von 15946 Gulden nach Birkendorf zu überweisen um eine eigene Pfarrei mit Kaplan zu errichten. Für eine Pfarrwohnung sei durch die Gantert Stiftung gesorgt. Am 05. Oktober 1860 berichtet durch die Erhebung des Seekreises (Konstanz) den Kath. Oberkirchenrat : Nur 4 Bürger seien für, 27 gegen eine eigene Pfarrei, für die Holzabgabe an die Pfarrei 10für 12 dagegen. Aus der Forderung an Grafenhausen können nur mit 4000 Gulden gerechnet werden.
  • 1861 12.Juni stimmt das Ordinariat der Gründung eines Pfarreinrichtungfond zu.
  • 1900 war dieser Fond auf 32 000 Mark angewachsen. 
  • 05.April Pfarrer Lehmann Grafenhausen berichtet im Namen des Stiftungsrates es seien bereits 6200 Mark Spenden eingegangen. Bürgermeister Albrecht habe 2000 Mark versprochen, die Gemeinde will 5000 Mark zur Ablösung des Schulhauses als Pfarrhaus bezahlen.
  • Die Geschwister Albrecht seien bereit, an den Fond 2 Grundstücke abzutreten.Pfarrer Ferdinand Späth, ein Birkendorfer jetzt Pfarrer in Forbach und dessen Stiftungsrat spendeten 5000 Mark, desweiteren erteilt das Ordinariat die Genehmigung, das der Heiligenfond Forbach ab 10.Januar1900 für 10 Jahre jährlich 500Mark stiftete.
  • Als Pfarrhaus erwarb der Pfarrfond das Anwesen des Mechanikers Schnitzer aus Grünwald mit 24 ar Acker und 31 ar Wiese für 6400 Mark.
  • Zur gleichen Zeit schenkte die ledige Maria Berger ihr anstoßendes Gebäude nebst Garten mit Leibgedinge solange sie lebt.
  • 1900 Der Umbau des jetzigen Pfarrhauses kostet 17747 Mark.
  • Am 18. Oktober 1901 wird Herr Pfarrer Wussler ist erster
  • Pfarrer der selbständigen Pfarrei Birkendorf 4
  • 1914 Die Gemeinde Birkendorf lässt eine moderne Uhr von der Firma Benedikt Schneider und Söhne aus Schonach installieren. 3 („drei!“) Zifferblätter, zweifacher Viertelstundenschhlag und einfacher Stundenschlag.
  • 1931 Erweiterung der Kirche nach Westen um 10 Meter. Einbau einer Heizanlage. Stifter waren Josef Schropp(Lenzengraben) und dessen Ehefrau geb. Rheiner von Genf.
  • 1942 Glockenabgabe
  • 1947 Glocken kommen zurück vom Glockenfriedhof in Hamburg
  • 1964 Glockenstuhl renoviert und Antrieb elektrifiziert
  • 1979-85 Kirchenrenovation: Empore und Heizung und Fußboden erneuert, Restaurierung der Altäre, des Kreuzweges und des Chorgestühls, Anschaffung einer Ambo.
  • Kosten etwa 600.000 Mark, 1/3 Spenden, und Leistungen Birkendorfer Handwerker
  • 2013 Durch Brandstiftung – Schwelbrand des Teppichs - verrußt die Kirche vollkommen. Kosten der Renovierung ca. 230.000 Euro

 

Helmut Kaiser und Hansjörg Gäng

 

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 Helmut Maurer, Die rätselhafte Ita von Birkendorf, Festschrift 900 Jahre Birkendorf, 1985,

 

 2) auch Oddo Kübler war vom 22. Juni 1664 bis 1672 Abt des Klosters St.Blasien

 

 3) Albert Kürzel, Die ehemalige sanktblasianische Reichsherrschaft Bondorf, 1861, S.60

 

 4) Urkunde über Errichtung der Pfarrei Birkendorf, Freiburg, den 22. Februar 1909   Eine Kurzfassung von Helmut Kaiser

 

     Oswald Hermann, Heimatgeschichtliches von Birkendorf, Typoskript, 1954

 

     Paul Booz, Bau- und Kunstgeschichte des Klosters St. Blasien und seines  Herrschaftsbereiches

 

     Paul Booz, Nachlass, Stadtarchiv Freiburg