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Übergang an Baden

Der Übergang an Baden

Von der  Reichsgrafschaft Bonndorf zum Großherzogtum Baden

 

Die politischen Verhältnisse in unserer Region seit 1612 

 

Wappen_St_Blasien

Birkendorf gehörte zur Reichsherrschaft Bonndorf, deren Fürst der Abt der Klosters St.Blasien war. Hier war er „Reichsunmittelbarer Herrscher“. Im „Zwing und Bann“ des Klosters war der  Fürstabt von St. Blasien  Untertan von Österreich.

Im Breisgau, einem Teil von Vorderösterreich, war er Vorsitzender der Prälatenbank  innerhalb der Breisgauer Landstände. Des Weiteren waren dort der Adel, die Städte und Kameralherrschaften vertreten.

 

Die Reichsherrschaft Bonndorf  1) war vom Kloster käuflich erworben worden. 1609 kaufte St.Blasien von Max von Papenheim Grafenhausen, 1612 Birkendorf und auch 1612 einen Teil der Landgrafschaft Stüh-lingen, was dem Kloster den Aufstieg auf die Grafenbank im Schwäbischen Reichstag be-scherte.

 

Karte Bonndorf

 

Die Reichsherrschaft Bonndorf war in folgende Ämter eingeteilt:

Besondere Herrschaft Bonndorf: Bonndorf, Wellendingen, Münchingen, Boll, Gündelwangen, Holzschlag
Allgemeine Herrschaft Bonndorf: Grafenhausen, Birkendorfer Teil, Bettmaringen
Herrschaft Blumegg:  Blumegg, Lausheim, Grimmelshofen, Aselfingen, Ewattingen
Herrschaft Gutenburg: Gutenburg, Ühlingen, Krenkingen, Detzeln, Breitenfeld

 

gerbert

1764 – 1793 war der geniale Martin Gerbert II. 3 ) der regierende Fürstabt  von St. Blasien. In dieser Zeit erlebten das Kloster und die Reichsgrafschaft Bonndorf ihre Blütezeit:

 

Nach der Brandkatastrophe von 1768 wurde beim Wiederaufbau der Klosteranlagen der Dom in seiner heutigen Form erbaut. 1783 war er fertiggestellt.  - Die Birkendorfer Klosterbrüder Michael und Anton Pfluger gestalteten die Fenster über den Nebenaltären mit Glasgemälden und benutzen dabei Schmelz aus der eigenen Klosterwerkstatt. -


Gerbert gründete 1765 die „Waisenkasse Bonndorf“, Vorläuferin der Sparkasse Bonndorf-Stühlingen, die damit die zweitälteste Sparkasse in Deutschland ist. Das Spital in Bonndorf geht auf ihn zurück. 1778 erwarb er für das Kloster das Eisenwerk Albbruck. Im Jahr 1791 gründete er die Rothaus-Brauerei – heute „Badische Staatsbrauerei Rothaus“ – als Maßnahme zur Förderung der Wirtschaft in seinem Schwarzwälder Herrschaftsgebiet. Straßen wurden gebaut und Schulen eingerichtet.

Gerbert erlebte in seiner Regierungszeit auch die „josephinischen Reformen“, in denen Kaiser Joseph II. 1781 über 700 Klöster aufhob, die er für überflüssig ansah, weil sie für die Gesellschaft keine Bedeutung hatten, es sei denn, sie führten Schulen und waren in der Seelsorge tätig. Natürlich zielte diese Säkularisation auf die Verstaatlichung von reichem Klosterbesitz. Im Breisgau traf es fast zwei Dutzend Klöster, in Vorderösterreich 33. 4)

 

1790 reiste Fürstabt Gerbert nach Wien, um eine Garantie zum Erhalt seines Klosters zu erreichen, vergeblich, eine Bestätigung gab es nicht.

 

 

 

Der erste Koalitionskrieg

Der Einfluss Frankreichs auf unsere Region

Die Französische Revolution (1789 – 1799) mit ihrem Gedankengut, wurde auch diesseits des Rheines beobachtet. Das revolutionäre Frankreich verteidigte seine Errungenschaften gegen die Monarchen in Europa. Am 20.April 1792 erklärt die französische Regierung der Koalition  aus  Österreich und Preußen und kleineren deutschen Staaten den Krieg.  Nach anfänglichen Erfolgen der Koalition  ging die Revolutionsarmee zur Gegenoffensive über. Sie erobert Karlsruhe, Freiburg. Der Spruch: "Friede den Hütten! Krieg den Palästen!" gewann Sympathien bei der Bevölkerung.

 

1795 wird ein Sonderfrieden zwischen Frankreich und Preußen arrangiert, weil Preußen bei der bereits dritten Teilung Polens beschäftigt ist. Preußen anerkennt den Rhein als Grenze. Es gibt seine linksrheinischen Besitzungen an Frankreich ab und soll rechtsrheinisch entschädigt werden. Die Folge ist die norddeutsche Neutralität gegenüber Frankreich für einige Jahre.

 

Im Juni 1796 überschritt der Revolutionsgeneral Moreau mit einer französischen Armee den Rhein bei Kehl und Hüningen.14) Viele Bewohner der Hochrheinstädte flohen beim Nahen der Franzosen in die Schweiz. Der Konvent von St.Blasien begab sich ins Kloster Sion bei Klingnau, was dem Kloster gehörte. Die Stiftsdamen von Säckingen flohen nach Kaiserstuhl und die Berauer Klosterdamen fanden Asyl in Wislikofen. (Wislikofen ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Zurzach . Sie liegt etwa zwei Kilometer südlich der Grenze zu Deutschland.)

 

Der Badischer Sonderfriede vom 22. August 1796: Der badische Landvogt von Lörrach, Reitzenstein erkannte die Gelegenheit, mit einem Sonderfrieden von Frankreich Gebiets-zusicherungen für den Markgrafen von Baden zu erhalten.

 

Als sich im Oktober Erzherzog Karl den Franzosen bei Biberach siegreich in den Weg stellt, zogen sich diese ungeordnet zurück. Sie setzten dabei die Schlüchtbrücke und die Laufenburger Brücke in Brand. 14)   In weiteren Gefechten wurden die Franzosen bei Stockach,  Emmendingen und bei Schliengen geschlagen.

 

Aber die Kriegsentscheidung erfolgt nicht mehr hier in Vorderösterreich, sondern in Oberitalien.  


In Paris hatte der aufstrebende General Napoleon Bonaparte den Oberbefehl über die Italienarmee erhalten. Die Österreichische und die Sardinisch-Piemontesischen Armeen wurden von Napoleon Truppen schlichtweg überrannt. Nach der Kapitulation am 2. Februar 1797 war der Weg über die Alpenpässe nach Österreich frei. Mit dem Frieden von Campo Formio wurde der erste Koalitionskrieg beendet. Österreich musste erhebliche Gebietsverluste hinnehmen. Norditalien wurde von Napoleon neu geordnet. Es entstanden die Cisalpinische und die Ligurische Republik. In einem geheimen Zusatzartikel erkannte Kaiser Franz II. den Rhein als künftige französische Grenze an.

 

 

 

 

 

Modena und der Breisgau

wappen modena

Im Frieden von Campo Formio hatte Österreich auf den Breisgau  verzichten müssen. Er wurde dem Herzog von Modena, Herkules III. als Entschädigung für die Abtretung seines Landes an die Cisalpinische Republik in Oberitalien zugewiesen. Herkules II. aber lehnte die Übernahme ab. Grund: Modena hatte 300.000 Einwohner, der Breisgau nur 150.790. Das Land wurde weiter von Österreich verwaltet. In einer Übereinkunft am 26.12.1802 gestand Napoleon zusätzlich zum Breisgau noch die Ortenau zu. Der Herzog nahm nun an. Die Übergabe erfolgte am 2.3.1803.

Herkules IlI. selbst war nie im Breisgau. Das Land wurde vom bisherigen Regierungspräsidenten Hermann von Greiffenegg regiert. Herkules III. starb am 4.10. 1803. Sein Schwiegersohn Erzherzog Ferdinand erbte das Land, das somit wieder an einen Habsburger fiel. 5)

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Der zweite Koalitionskrieg, der Friede von Luneville und der Reichsdeputationshauptschluss

Der Südwesten wird neu geordnet

Die zweite Koalition war ein Bündnis zwischen Österreich und Russland um die Verhältnisse in Europa wieder zurückzudrehen. In diesem Krieg  gab  es zunächst Niederlagen für Frankreich in der Schweiz und Norditalien. Napoleon aus Ägypten zurückgekehrt, besiegte Österreich bei Marengo. Norditalien war damit wieder unter französischer Kontrolle. Im Frieden von Luneville, 1801, bestätigte Österreich die Abmachungen von Campo Formio und erkannte die Rheingrenze erneut an.

 

Es begann die völlige Neugestaltung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation durch den Reichsdeputationshauptschluss. Unter französischer und russischer Regiewurde zur Ausarbeitung der Friedensbestimmungen eine außerordentliche Reichsdeputation eingesetzt, d.h. eine Kommission des Reichstags, die in Regensburg  tagte.  Am 25. Februar 1803 wurde der förmliche "Reichsdeputationshauptschluß" verabschiedet, der den russisch-französischen Umverteilungsplan absegnete. Dabei ging man weit über die bloße Entschädigung der linksrheinisch begüterten weltlichen Fürsten hinaus; manche franzosenfreundlichen Gewinner (Bayern, Baden, Württemberg) erhielten das 6- bis 9-fache dessen an Territorialbesitz, was sie vorher gehabt hatten.  

Im Vertrag kann man  unter anderem Folgendes lesen:

 

§ 1 letzter Abschnitt

 

Das Breisgau und die Ortenau werden die Entschädigung des vormaligen Herzogs von Modena für das Modenesische, dessen Zugehörden und Zuständigkeiten ausmachen. Dieser Fürst und seine Erben werden beide Lande nach dem buchstäblichen Inhalte des vierten Artikels des Lüneviller Friedensschlusses besitzen; welcher in dieser Rücksicht ohne einigen Vorbehalt oder Einschränkung von der Ortenau, wie von dem Breisgau zu verstehen ist.

 

§ 26

 

Aus Rücksicht für die Kriegsdienste ihrer Glieder werden der Deutsche und der Maltheser-Orden der Säcularisation nicht unterworfen, und erhalten für ihren Verlust auf der linken Rheinseite zur Vergütung, nämlich : ............ Der Fürst Großprior, und das deutsche Großpriorat des Maltheser-Ordens [Heitersheim]: die Grafschaft Bondorf, die Abteyen St. Blasi, St. Trutpert, Schuttern, St. Peter, Tennenbach, und überhaupt alle Stifter, Abteyen und Klöster in Breisgau, ................ 6)

 

 

 

Die Malteser und St.Blasien

Die Ordensritter von Heitersheim

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Die Malteser hatten bis zum Fall Maltas 1798 eine der stärksten Kriegsflotten im Mittelmeer. Sie waren eine "Militärische Republik". Napoleon hatte auf seinem Weg nach Ägypten Malta in Besitz genommen.

 

1803 wollten sie sich für ihre Kriegsdienste mit breisgauischen und schwäbischen Klostergütern abfinden lassen. 7)  sieheReichsdeputationshauptschluss § 26

 

Die Besitzergreifung ließ sich machtmäßig aber nicht durchsetzen. Die Malteser hatten den Gebietszuwachs nie übernommen. Sie selbst wurden später dem Großherzogtum Baden zugeteilt. 5)

 

 

Der dritte Koalitionskrieg und der Friede von Pressburg

Der Friede in Europa stand auf wackeligen Beinen. Napoleon hatte sich zum Kaiser gemacht und bereitete ein Niederringen Großbritanniens vor. Erneut kam es zum Krieg. Auf der Seite der Koalition taten sich Großbritannien, Russland, Österreich, Schweden und das Königreich Neapel gegen Frankreich zusammen. Frankreich erhielt Unterstützung von  Württemberg, Bayern und Baden. Napoleon stieß 1805 mit einer Armee über den Rhein gegen Österreich vor. Am Hochrhein marschierten die Franzosen unter General Augereau nach Osten.  Napoleon erringt in der Dreikaiserschlacht von Austerlitz am 2. Dezember 1805 einen grandiosen Sieg.

 

Im Frieden von Pressburg (Bratislava)vom 26. Dezember 1805 erhalten Bayern, Baden und Württemberg erhebliche Landzugewinne. Der Vertragstext, besonders der Artikel VIII. wurde zwischen Baden und Württemberg unterschiedlich verstanden.

 

Se. Majestät der Kaiser von Deutschland und Österreich leistet sowohl für sich, seine Erben und Nachfolger, als für die Prinzen seines Hauses, ihre Erben und resp. Nachfolger auf nachbenannte Fürstenthümer, Herrschaften, Domainen und  Gebiete  Verzicht, und überläßt und tritt ab an ...

An Se. Majestät den König von Württemberg die fünf sogenannten Donaustädte, nämlich: Ehingen, Munderkingen, Reidlingen, Mengen und [164] Sulgau mit allem was dazu gehört, die obere und untere Grafschaft Hohenberg, die Landgrafschaft  Nellenburg, und die Präfektur Altdorf, mit dem was (die Stadt Konstanz ausgenommen)  dazu gehört; erner denjenigen Theil des Breisgaues, welcher im Württenbergischen  inklavirt, und gegen Osten in einer Linie vom Schlegelberg bis zum Molbach gelegen ist, und die Städte Willingen und Breunlingen mit ihrem  Gebiete. 

An Se. Durchlaucht den Kurfürsten von Baden das Breisgau, mit Ausschluß der vorhin  benannten und abgesonderten Besitzungen, die Ortenau mit allem, was dazu gehört, die Stadt Konstanz und die Kommenthurei Meinau.

 

 

 

Die Württembergische Besetzung des Breisgaus vom

13. Januar bis zum 21. Februar 1806 8)

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Württembergische Sichtweise (in der Karte Nr.2):

 

Württemberg interpretierte den im Vertrag genannten „Molbach“  bei St.Märgen als den Möhlinbach, der etwas östlich von Rheinfeldenin den Hochrhein mündet. Nun zog man vom Schlegelsberg bei Biederbach (nahe dem Hünersedel) eine Linie bis zur Mündung des Möhlinbachs an den Rhein. Alle ehemals vorderösterreichischen Gebiete im Breisgau östlich dieser Linie beanspruchte Württemberg und versuchte im Januar 1806 durch militärische Besetzung dieses Gebiets vollendete Tatsachen zu schaffen.

 

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Badische Interpretation (in der Karte Nr.1):

 

Baden interpretierte den im Vertrag genannten „Molbach“ als den Mohlbach, einen Quellbach der Wildgutach bei St. Märgen, der heute den Namen „Kohlplatzbach“ trägt. Damit stand nach badische Interpretation Württemberg lediglich ein Teil der Herrschaft Triberg zu, während die Klöster St. Peter, St. Märgen und St. Blasien, die beiden rechtsrheinischen WaldstädteSäckingen und Waldshut, sowie Elzach für Baden beansprucht wurden.

 

Am 13. Januar 1806 besetzte württembergisches Militär St. Peter und St. Märgen. In den folgenden Tagen auch Zarten und Kirchzarten. Am 18. Januar 1806 trafen württembergische Truppen beim Kloster St. Blasien ein und brachten die württembergischen Wappenschilder an. „Württemberg beanspruchte auch das Gebiet am Hochrhein bis gegen Rheinfelden und ließ seine Truppen hier einmarschieren.“  11)


Die badische Kommission zur Übernahme des Breisgaus unter Karl Wilhelm Ludwig Friedrich von Drais von Sauerbronn kam erst am 15. Januar in Freiburg an. Am 13. Februar rückte kur-badisches Militär in die Freiburger Kaserne ein.

 

Auf badische Intervention beauftragte Napoleon am 20. Januar seinen General Clarke mit der Untersuchung und Bereinigung der Grenzstreitigkeiten zwischen Baden und Württemberg, wobei Napoleon den württembergischen Anteil am Breisgau bereits auf Villingen, Bräunlingen und die Herrschaft Triberg begrenzte. Clarke nahm seine Tätigkeit am 8. Februar auf, kam am 14. Februar in Freiburg an und legte bis 3. März die Grenzlinie grundsätzlich entsprechend der badischen Interpretation des Friedensvertrages von Preßburg fest. Die württembergische Delegation verweigerte die Zustimmung und überließ es den Franzosen, die Grenzpfähle auf der württembergischen Seite zu markieren.

 

Württemberg führte den Streit noch weiter, so dass zunächst einige Herrschaften der Reichsherrschaft Bonndorf, siehe unten,  noch durch Frankreich besetzt blieben und erst am 12. September 1806 an Baden übergeben wurden.  

 

Auch der Johanniterorden erhob Ansprüche, allerdings erfolglos – Baden besetzte im Januar 1806 dessen regionales Zentrum, das Großpriorat Heitersheim. 10)

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Die Huldigungsfeier in Freiburg am 30. Juni 1806 13)

Die Huldigung oder Erbhuldigung ist ein gegenseitiges Treueversprechen, das sich Landesherr und Untertanen geben. Die Tradition stammt aus der mittelalterlichen Lehensvergabe. In den neuen badischen Landen fanden Huldigungen an verschiedenen Orten statt. Die Erbhuldigung für den Breisgau war in Freiburg am 29. und 30. Juni 1806.

 

Die Ritterschaft, (=Adel)  damals Teil der Breisgauer Landstände, erkannte „seine kurfürstliche Durchlaucht als ihren Landesherrn an. Desgleiche taten dies Lehrer, Beamte und  die Weltgeistlichkeit.

 

In einem weiteren Saal waren 110 Abgeordnete der Städte und des Landes erschienen, von denen jeder für seine Gemeinde unterschrieb.

                              

Die Eidesformel hatte im Wesentlichen folgenden Inhalt:

 

„dass die Schwörenden Sr. kurfürstlichen Durchlaucht, Karl Friedrich von Baden, als ihren rechtmäßigen Landesfürsten, und dessen Erben und Nachfolger in der Regierung wollen getreu, hold, Gehorsam und gewärtig sein, Höchstdero Schaden, so viel an ihnen ist, hindern und abwenden, dagegen Höchstdero Bestes treulich befördern, und alles dasjenige thun, was getreue Untertanen ihrem Landesfürsten zu thun schuldig und verpflichtet sind -“

 

Aus unserer näheren Umgebung waren Vertreter folgender Dörfer zugegen:

 

 

Bernau, Ibach,  Menzenschwand, Höchenschwand, Blasiwald, Säckingen, Schluchsee, Untereisenbreche, Glashütte, Äule, Schwarzenbach, Stadt Waldshut, Indlekofen, Dogern, Murg, Hochsal, Todtmoos, Rickenbach, Görwihl, Wolpadingen

Birkendorf, Grafenhausen, Bettmaringen, Blumegg und Gutenburg waren noch nicht dabei, weil ihre Zugehörigkeit noch immer strittig war.

 

Beim Festgottesdienst im Münster stimmte der Abt von St.Blasien das Te Deum an.

Nach der offiziellen Feier fanden Wettläufe für die männliche und weibliche Jugend statt. Vielerorts fand man sich zu Bällen ein. Es gab Audienzen, Illuminationen. Kurz:  Freiburg hatte zwei rauschende Festtage.

 

 

Die Rheinbundakte vom 12. Juli 1806

Mit den Rheinbundstaaten schuf Napoleon Pufferstaaten zwischen Frankreich einerseits und Preußen und Österreich andererseits, die völlig von ihm abhängig waren.

 

Am Anfang traten 16 Staaten diesem Bund bei. Die wichtigsten davon waren Bayern, Baden und Württemberg.

 

Im Vertrag wurden letzte Gebietsänderungen zwischen Baden und Württemberg festgeschrieben:

Art. 19. Se. Hoheit der Großherzog von Baden wird mit seinen Staaten vereinigen, und mit vollem Eigenthum und Souverainetät besitzen: die Grafschaft Bondorf, die Städte Breunlingen, Villingen und Tuttlingen, nebst den im vierzehnten Artikel verzeichneten Theilen ihrer Gebiete und Dependenzen, so wie sie Sr. Hoheit von Sr. Maj. dem Könige von Wirtemberg abgetreten worden sind.

 Se. Hoheit wird ferner mit vollem Eigenthum besitzen: das Fürstenthum Heitersheim, nebst allen jenen dazu gehörigen Theilen, welche in Höchst ihren vermöge des gegenwärtigen Vertrags bestimmten Besitzungen liegen.

 

 

 

Der endgültige Übergang unserer Region an Baden

Die Huldigungen  am   22. November 1806 in Freiburg  17)

Nachdem mit der Rheinbundakte die letzten Grenzen zwischen Baden und Württemberg festgeschrieben worden waren, konnte die Huldigung der restlichen Orte und Ländereien stattfinden.

 

Als Termin wurde der 22. November 1806 festgelegt, dem 78. Geburtstag von Großherzog Karl Friedrich von Baden.

 

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Auflösung des Klosters St.Blasien

Der Konvent zieht nach Österreich

 

Im Juli 1807 erließ Karlsruhe  für die große Abtei St.Blasien das Auflösungsdekret, obwohl der Konvent  112 Mönche umfasste und rund 50 Pfarreien mit zusammen etwa 20.000 Seelen pastoral versorgte. 15)

Das Vermögen der Abtei dürfte sich nach zuverlässigen Schätzungen aus dem Jahre 1807 auf über 7.100.00 Gulden belaufen haben (nach heutigen Verhältnissen, insbesondere im Hinblick auf die Bodenpreise, mehrere Milliarden Mark). 16)

Am 27. Juli 1807 stellte Abt Berthold Rottler an den Großherzog den Antrag mit dem Teil der Mönche, die keine Pfarrstelle betreuen würden, auswandern zu dürfen. Mit einem Drittel Pensionsabzug wurde ihnen erlaubt, nach Österreich zu ziehen.

Fürstabt Berthold Rottler und 32 Mönche zogen mit den restlichen Kunstschätzen, darunter dem Adelheid-Kreuz sowie den Gebeinen von zwölf hier begrabenen Habsburgern zunächst in das aufgelöste Stift Spital am  Pyhrn Oberösterreich und schließlich 1809 in das heute noch bestehende Stift St. Paul im Lavanttal in Kärnten.

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Kaiser Franz I. übergibt  das Stift St. Paulim Lavanttal an Abt Berthold  Rottler

 

 

 


1  Albert Kürzel. Der Amtsbezirk oder die ehemalige sanktblasianische Reichsherrschaft Bonndorf, Freiburg im Breisgau 1861

   online

2 Karte aus Gerberts Werk Nigrae Silvae

3  Bild Martin Gerbert

4 Hug ,Wolfgang, Geschichte Badens, Stuttgart 1992

5 Stiefel, Baden ,Bd1,  Bilder wikipedia

6 Quelle:Protokoll der außerordentlichen Reichsdeputation zu Regensburg 1803, Bd. 2, S. 841, online  Uni    Würzburg]

7 Hermann Schmid, Säkularisation und Mediation in Baden und Württemberg

8 wikipedia, Württembergische Besetzung des Breisgaus 1806

9 Freiburger Zeitung vom 23. April 1806

10 Ellwardt,Kathrin,  in Kirchengut in Fürstenhand, Besetzung der badischen Entschädigungslande, Bruchsal

11 Claus Peter Hilger in der Badischen Zeitung vom 21.1.2006

13 Allgemeines Intelligenz- oder Wochenblatt für das Land Breisgau (= Freiburger Zeitung) vom 5. July 1806

14 Metz , Geologische Landeskunde des Hotzenwaldes

15 Wolfgang Hug, in Kirchengut in Fürstenhand, Die katholische Kirche im deutschen Südwesten und die Große                                                                                                                                                                                   Säkularisation

16 Hermann Schmid, Die Säkularisation der Klöster in Baden 1802-1811, Überlingen 1980

17 Allgemeines Intelligenz- oder Wochenblatt für das Land Breisgau (= Freiburger Zeitung)  No. 92, 93, 95 von 1808